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Antonio Sacchini - L'Isola d'Amore (1980)

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Antonio Sacchini - L'Isola d'Amore (1980)

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Act I
Tracks 1 - 19

Act II
Tracks 1 - 17

Bellinda - Lella Cuberli, soprano
Marina - Rosetta Pizzo, soprano
Giocondo - Ignazio Claves, tenor
Nardo - Alan Opie, baritone

Cappella Coloniensis
Daniel Chorzempa - conductor

Recording from radio WDR Köln.

 

Sacchini’s work premiered on 27 January 1766 at the Teatro Valle in Rome. As was customary at this theater in the 18th century, the work consisted of ”Intermezzi per musica a quattro voci” and was thus an opera buffa with a cast reduced to only three to five singers in comparison to the dramma giocoso. At the time of L'isola d'amore, the rule at the Teatro Valle was four roles in the dramaturgical constellation of two pairs of lovers, one of which plays the more comic part, the other the more serious part. The performance featured an acclaimed cast, with the castrato Venanzio Rauzzini in the female role of Belinda and the tenor Gioacchino Caribaldi as Giocondo. Rauzzini later performed in Munich and Vienna, and Caribaldi was a member of the Viennese Ensemble from 1767 to 1770 as well, where he might have sung the role created for him again in 1769. It is therefore conceivable that the score of L'isola d'amore was passed on by the singers or by Sacchini himself, who went to Venice in 1768 (where he could have had copies of the opera made), before moving on to Munich and Stuttgart in 1770.

Antonio Gori, who also worked under the anagram Antonio Rigo, is named as the librettist of the opera, for instance in connection with the printing of the libretto for the performance in Turin in 1767.[5] However, there are indications that this is a false attribution, because Gori evidently only wrote a libretto of the same name that was set to music by Gaetano Latilla in Venice in 1752, which, however, has nothing to do with Sacchini’s opera.

L’isola d’amore belonged, together with works like Niccolò Piccinni’s La buona figliuola or Baldassare Galuppi’s Il filosofo di campagna, to the corpus of the opere buffe, which were received favorably throughout Europe.What is unusual in this case, however, is the high number of subsequent performances outside of Italy, particularly also in the German-speaking world, as well as its initially slow rate of transmission. In the year after the first performance in Rome in 1766, the piece only made it as far as Turin. Two years later there were performances in Dresden, and in 1769 it reached Vienna. In the 1770s the opera was on the program in the Italian language in Mannheim, Regensburg, Munich, Barcelona, Lisbon, Eszterház, London, and Warsaw, whereas revivals in Italy were rare. Also striking is the great number of translations into other languages. It was of course not unusual for an opera buffa to be staged in its original form as an Italian opera and simultaneously in adaptations with spoken dialogues in the vernacular, especially in Vienna. In the case of L'isola d'amore, however, the tapestry of versions is particularly colorful.

The opera was performed in several German-speaking cities in singspiel versions, based as a rule on a French version, an opéra comique that appeared in Paris in 1775 under the title La colonie in an adaptation by Nicolas-Étienne Framéry. On 4 November 1775, several weeks after its premiere on 16 August, this version was, according to the title page of the printed score,[10] also performed in Fontainebleau before the royal couple—and thus before the Habsburg princess Marie Antoinette, who had been married off to France in 1770. The specifically international success of Sacchini’s opera, which also played a role in the Querelle des Bouffons in Paris, was given a considerable boost by Framéry’s adaptation, and this is the context in which the initially modest yet from the 1770s on more intensive reception of the work should be seen. ---Martina Grempler, musau.org

 

German introduction (from the radio):

Dieses Drama giocosa in zwei Akten zählte im 18. Jahrhundert zu den ganz berühmten Werken für die Opernbühne. Es wurde ein Repertoirestück in ganz Europa, und daß diese "Insel der Liebe" ihren Zauber noch längst nicht nicht verloren hat, das zeigte die Ausgrabung des Werkes zu den Maifestspielen 1980 in Wiesbaden. Diese Produktion entstand in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk und dem Hessischen Rundfunk. Unsere Aufnahme entstand wenige Wochen nach der Premiere in Wiesbaden.

Die Leitung dieser Aufführung hatte der Dirigent Daniel Chorzempa, und sein Lob über den Komponisten Antonio Sacchini sei zu Beginn zitiert: "Wir wollen Ihnen zeigen, daß Antonio Sacchini nicht nur einer der gefeiertsten Komponisten seiner Zeit war, sondern daß er es Wert ist, wieder bekannt zu werden. Seine Büste war lange Jahre hindurch im römischen Panteon zu bewundern, und er war mit Piccini einer der Neapolitaner, deren Musik stilistische Merkmale der Frühklassik zu einem organischen Ganzen zu vereinen wußte. Und ohne seine klaren Formen, seine einfachen Harmonien, seine gefälligen, jedoch oft höchst kunstvollen Melodien, ohne seine edlen Einfälle und seine aparte Instrumentation, ohne all diese Vorarbeit wäre Mozarts Leistung in der Nachfolge-Generation kaum vorstellbar. Nicht nur südliche Frische, sondern auch südliche Melancholie gepaart mit Ernsthaftigkeit sind in diesem Werk von Sacchini zu spüren."

"L'Isola d'amore" --- "Die Insel der Liebe", das ist ein Divertimento, daß für den Karneval in Rom bestimmt war, im Jahr 1766. Und der Spielort und die kapriziöse Handlung passen wahrscheinlich in bunte Karnevalsszenerien. Im Indischen Ozean liegt diese Insel der Liebe. Eine spanische Insel soll es sein, und natürlich singt man dort italienisch. Der italienische Librettist Antonio Gori läßt dort seine insgesamt nur 4 Protagonisten agieren, und das ist alles höchst kompliziert, denn ein ehernes Gesetz hat dieser Insel ihren Namen gegeben: Jede heiratsfähige Frau, die auf die Insel kommt, darf sie nicht unverheiratet verlassen. Sie muß binnen zwei Tagen heiraten.

Der erste Akt:

Schiffbruch nicht weit von der Insel der Liebe. Eine Fischerin, Marina, ist dabei von ihrem Geliebten Nardo getrennt worden, und sie wird auf diese Insel verschlagen. Der Gouverneur dieser Insel, Giocondo, ist natürlich unverheiratet, und er unterrichtet die schiffbrüchige Marina über das Gesetz dieser Insel, daß sie nämlich binnen zwei Tagen einen Bräutigam erwählen muß. Im Glauben, ihr Verlobter Nardo sei bei dem Schiffbruch ums Leben gekommen, unterwirft sich Marina diesem Gesetz und wählt den Gouverneur Giocondo zum Gatten. Der ist auch bereit, Marina zu heiraten. Schließlich hat er seine scheinbar ungetreue Geliebte in Europa verlassen und versucht sie hier zu vergessen. Aber kaum ist die Heirat beschlossen, erscheint Nardo, der sich ebenfalls wie Marina auf diese Insel retten konnte. Marina macht ihn mit den neuesten Fakten und mit dem Gesetz dieser Insel vertraut. Nardo klagt über dieses schelmische Gesetz, klagt über das ungetreue Frauenzimmer, und auch er will sich jetzt neu verlieben. Und dazu bekommt er gleich die Gelegenheit, denn es wird eine gewisse Belinda auf diese Insel verschlagen. Ihre Begleitung ist dem Seesturm zum Opfer gefallen, und sie trauert jetzt noch immer um Giocondo, der sie so grausam in Europa verlassen habe, und dem sie durch viele Länder gefolgt sei. Der erste Mann, dem Belinda auf dieser Insel begegnet, ist Nardo. Jetzt ist er an der Reihe, sie über das Gesetz dieser Insel zu informieren. Um davon verschont zu bleiben, bittet Belinda den Fischer Nardo, ihren Ehemann zu spielen, bis sie die Insel verlassen habe. Nardo willigt ein. Als er Belinda jedoch den Namen des Gouverneurs nennt, der ihm seine Verlobte genommen habe, erschreckt Belinda, denn das ist ihr Geliebter Giocondo. Jetzt ist die Palette der Mißverständnisse komplett. Jeder ist von der vermeintlichen Treue des eigentlichen Partners überzeugt. Giocondo und Marina glauben an die Ehe zwischen Belinda und Nardo. Giocondo sieht außerdem dadurch Belindas Treuebruch bestätigt. Belinda aber zürnt Giocondo wegen seiner Verlobung mit Marina. Nardo beschimpft Marina, und Belinda stößt noch rechtzeitig den Hochzeitsaltar um und klärt die Umstehenden über ihr Schicksal auf. Es entspinnt sich ein allgemeiner Streit.

Einige Bemerkungen des Dirigenten Daniel Chorzempa zur "Isola d'Amore", die mit dieser Aufnahme nach fast 180 Jahren wieder ausgegraben wurde. Die letzte bekannte Aufführung dieses Werkes davor soll 1804 in Malmö stattgefunden haben. Davor jedoch war dieses Werk für fast 40 Jahre, also von der glanzvollen Uraufführung im Karneval des Jahres 1766 in Rom auf fast allen großen Opernbühnen Europas präsent gewesen. Daniel Chorzempa schreibt: "Unsere Aufführung, die wir jetzt für Wiesbaden vorbereitet haben, hält sich an die ursprüngliche Fassung und nicht an die französische Version, die Sacchini für Paris bearbeitete. Das Orchester besteht aus einer kleinen Besetzung von Streichern, Oboen und Hörnern, denen sich nach den Angaben in allen bekannten Partituren aus Sacchinis Zeit in italienisch Vox Humanae genannte Stimmen hinzugesellten. Dem Gebrauch der Zeit entsprechend werden die Rezitative vom Dirigenten selbst am Cembalo begleitet, während ein zweiter Cembalist den Continuopart in den größer besetzten Stücken übenimmt. Dies ist nicht nur die Praxis der alten Zeit, sondern auch Tradition im 25-jährigen Bestehen der Capella Coloniensis, dem Orchester des Westdeutschen Rundfunks, das sich unter Verwendung von Originalinstrumenten der jeweiligen Epoche schon wenige Jahre nach Kriegsende mit der Erneuerung der Spielpraxis von Musik insbesondere des Barock und der Frühklassik hervortat. Die festliche Aufführung in Wiesbaden ist gewissermaßen auch noch eine nachgeholte Jubiläumsfeier des Orchesters und gibt uns die Gelegenheit, eines der erfolgreichsten Bühnenwerke des 18. Jahrhunderts erstmals wieder nach den Quellen aufzuführen und auch eine szenische Realisierung vorzunehmen, was für uns ebenfalls ein Novum ist."

Zu Beginn des zweiten Aktes sind die beiden Liebespaare auf der Insel der Liebe der Verzweiflung nahe. Belinda sieht keinen Ausweg mehr. Sie verzehrt sich vor Kummer über ihren Geliebten Giocondo, den Gouverneur dieser Insel. Belinda hat eine große Auseinandersetzung mit Marina. Die drängt bei dem Gouverneur auf rasche Vermählung. Belinda beschließt zu sterben. Sie gibt Nardo einen Brief, der Giocondo ihre Unschuld beweisen soll. Und ebenso wie Nardo den Verlust Marinas nicht verwinden kann, will es auch nicht in Giocondos Kopf, daß Belinda die Frau eines Fischers geworden sei. Das Drama scheint sich zuzuspitzen. Da erscheint Nardo mit der Nachricht, Belinda habe sich von einem Felsen gestürzt. Da plötzlich kommt Giocondo mit einem zweiten ehernen Gesetz dieser Insel: Nardo sei jetzt glücklich zu preisen, da ihm jetzt kein Leid mehr begegnen werde, denn das zweite Gesetz dieser Insel mache ihn jetzt zu einem fröhlichen Manne. Er solle in prächtigem Aufzug zusammen mit seiner Gattin verbrannt werden. Das wird jedoch Nardo zu viel, und er klärt über seine Ehe mit Belinda auf. Und der Brief Belindas tut dazu noch das seinige, daß nämlich Belinda unschuldig sei und sie das Opfer einer Verläumdung geworden sei. Jetzt bangt Giocondo um Belindas Schicksal. Sollte sie wirklich tot sein, würde er sich selbst auch den Tod geben. Dann versucht auch das zweite Paar, Marina und Nardo, die Mißverständnisse aufzuklären. Marina drängt auf Versöhnung, wenn Nardo sie um Verzeihung bittet. Giocondo hat Belinda zuerst nicht gefunden, und in dem Moment, in dem er sich erstechen will, fällt ihm Belinda in die Arme. Beide gestehen sich ihre Liebe, und auch Nardo und Marina reichen sich schließlich erneut die Hand. Die Insel der Liebe erlebt eine Doppelhochzeit.

download (mp3 @256 kbs):

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